Das Motto erklärt

religion now.

Im Zuge der Aufklärung wurde die Utopie einer absolut vernünftigen Gesellschaft entworfen, in der Religion als Welterklärungsmodell obsolet geworden ist. Im 21. Jahrhundert zeigt sich: Ratio hat Religion nicht zurückgedrängt, die prophezeite “Entzauberung der Welt” blieb aus.

Spiritualität boomt, auch “alte” Religionen finden vielerorts regen Zuwachs, nicht zuletzt erscheinen Religion und Religiosität auch in öffentlichen Bereichen von großer Bedeutung. Tatsache ist: Religionen haben heutzutage eine große gesellschaftliche, aber auch politische Relevanz; sie sind nach wie vor präsent und mächtig.

Dabei werden Religionen im Zuge der fortschreitenden Globalisierung und der damit einhergehenden zunehmenden Pluralisierung der religiösen Landschaft von der Religionswissenschaft immer weniger als abgeschlossene Systeme begriffen. Diskursive Ansätze gewinnen bei der Betrachtung von transkulturellen und transreligiösen Dynamiken zunehmend an Bedeutung.

Diskurs, Macht, Religion.

Drei Begriffe, deren zentrale Rolle gerade durch ihre starke intrinsische Verflochtenheit für gegenwärtige religionswissenschaftliche Analysen aktueller aber auch historischer Erscheinungen kaum zu unterschätzen ist.

  • Diskurs macht Religion. Religionen sind keine festen Systeme, die sich um einen unveränderlichen Glaubenskern bilden, sie lassen sich viel eher als diskursive Formationen begreifen. Glaubensauffassungen entstehen durch Kommunikation der religiösen Akteure untereinander, aber auch aus der Auseinandersetzung mit ihrem jeweiligen Umfeld. So stehen Religionen in einem Spannungsfeld von Wechselwirkungen mit anderen religiösen, kulturellen oder sozialen Vorstellungen und Gegebenheiten, sowie internen Wandlungsprozessen, die diskursiven Regeln folgen. Man kann zu Recht sagen: Diskurs macht bzw. formt Religion.
  • Diskursmacht Religion. Religionen sind nicht nur dem Diskurs unterworfen, sie nutzen ihn auch. Religiöse Ideen, Normen und Verhaltensweisen werden diskursiv verhandelt. Strategien und Mechanismen des Diskurses werden von religiösen Spezialisten, wie Propheten, Predigern oder Theologen virtuos beherrscht; so werden Glaubensvorstellungen verbreitet, verdrängt, verstärkt oder aktiviert. Religionen haben auf diese Weise ebenso Einfluss auf die sie umgebenden sozialen und kulturellen Gegebenheiten. Sie tragen in unterschiedlicher Intensität zu Naturalisierungsprozessen bei, ohne jedoch selbst von solchen unberührt zu bleiben.

Religion bestimmt gegenwärtige Diskurse. Selten wurde so viel über Religion gesprochen, geschrieben oder gesendet wie in den letzten 10 Jahren. Die “Weltmacht Religion” ist medial präsent und eröffnet so eine ganz neue Ebene des Diskurses über Religion.

Neuigkeiten:

  1. 25.05.2009 …und schon ist alles vorbei.
  2. 21.05.2009 Einmal werden wir noch wach…
  3. 18.05.2009 Anreise aktualisiert
  4. 18.05.2009 Noch 3 Tage

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